Erste Kund*innen finden in Deutschland – verständlich, klar und rechtssicher
Du möchtest wissen, wie du deine ersten Kund*innen findest – und zwar so, dass alles rechtlich korrekt ist. Hier bekommst du eine klare, einfache und zuverlässige Erklärung: zuerst die gesetzlichen Grundlagen, dann praktische Wege, wie du deine ersten Aufträge finden kannst.
1) Ab wann gelte ich als selbstständig?
Selbstständigkeit beginnt rechtlich, sobald du Leistungen eigenverantwortlich und gegen Bezahlung anbietest. Ab diesem Moment greifen die Regeln des deutschen Gewerbe- und Steuerrechts – egal, ob du groß startest oder nur kleine Aufträge annimmst.
2) Rechtlicher Start, bevor du Kund*innen annimmst
Bevor du aktiv Kund*innen suchst, müssen ein paar rechtliche Grundlagen stehen. Damit vermeidest du Probleme mit Behörden oder dem Finanzamt.
2.1 Gewerbe anmelden – Pflicht nach § 14 GewO
Die meisten Tätigkeiten sind gewerbepflichtig. Die Anzeigepflicht ergibt sich aus § 14 Gewerbeordnung (GewO).
- Wo? Gewerbeamt der Stadt / Gemeinde
- Wann? Vor oder unverzüglich nach Tätigkeitsbeginn
- Folge: Weiterleitung deiner Daten an das Finanzamt
2.2 Steuerliche Erfassung – Fragebogen nach § 138 AO
Nach der Gewerbeanmeldung verlangt das Finanzamt den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Grundlage ist § 138 Abgabenordnung (AO).
- Du erhältst deine Steuernummer
- Du entscheidest über die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)
2.3 Kleinunternehmerregelung – was bedeutet das?
Wenn du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzt, erhebst du keine Umsatzsteuer und musst keine Umsatzsteuer abführen. Dafür gelten Umsatzgrenzen. Für viele Gründer*innen ist das die einfachste Startoption.
3) Online sichtbar werden – was ist erlaubt?
Deine Kund*innen müssen dich finden können. Sichtbarkeit ist wichtig – aber es gibt klare gesetzliche Vorgaben.
3.1 Website mit Impressum und Datenschutz
Wenn du eine Website oder Social-Media gewerblich nutzt, gilt:
- Impressumspflicht nach § 5 TMG
- Datenschutzpflicht nach DSGVO (Art. 6, Art. 13)
3.2 Google Unternehmensprofil – rechtlich zulässig
GlowBiz Hub, [16.11.2025 20:41] Ein Google-Unternehmenseintrag ist erlaubt und kostenlos, solange deine Daten korrekt sind und zu deinem Impressum passen. Kund*innen finden dich dadurch leichter.
4) Wo finde ich real meine ersten Kund*innen?
Nachdem die rechtlichen Grundlagen erledigt sind, kannst du aktiv Aufträge gewinnen. Hier die seriösesten und rechtssicheren Wege:
4.1 Empfehlungen und persönliches Umfeld
- Freund*innen, Familien, Bekannte informieren
- Kleinen Bonus anbieten für Weiterempfehlungen
- Bewertungen (Google) sammeln – vollkommen legal
4.2 Lokale Präsenz
- Karten/Flyer in Geschäften ablegen (nur mit Erlaubnis)
- Lokale Unternehmer*innen-Treffen
4.3 Online
- Seriöse Facebook- oder Telegram-Gruppen deiner Stadt
- Einfache Beiträge über deine Dienstleistung
- Immer klare Kontaktmöglichkeiten angeben
5) Rechnungen & Dokumente – damit alles korrekt bleibt
Rechnungen benötigen bestimmte Pflichtangaben. Grundlage ist § 14 Umsatzsteuergesetz (UStG).
- Name + Anschrift (du & Kundschaft)
- Rechnungsdatum + Leistungsdatum
- Leistungsbeschreibung
- Betrag
- Hinweis gem. § 19 UStG bei Kleinunternehmer*innen
Unterlagen müssen gemäß § 147 AO bis zu 10 Jahre aufbewahrt werden.
6) Zusammenfassung
- Gewerbe nach § 14 GewO anmelden
- Steuerliche Erfassung nach § 138 AO
- Kleinunternehmerregelung § 19 UStG prüfen
- Impressum (§ 5 TMG) & Datenschutz (DSGVO)
- Rechnungen nach § 14 UStG
- Unterlagen nach § 147 AO aufbewahren
- Seriöse Wege nutzen, um erste Kund*innen zu gewinnen
So findest du deine ersten Kund*innen in Deutschland – klar, einfach und vollständig rechtskonform.